Wanderausstellung Einige waren Nachbarn am Berufskolleg Vera Beckers

Vom 2. bis 15. Juli macht die Wanderausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ des US Holocaust Memorial Museums und der Villa Merländer am Berufskolleg Vera Beckers (BKVB) Station. „Wie war der Holocaust möglich?“ „Wie wurden aus Nachbarn Denunzianten, Mittäter, Mörder?“ „Warum haben so viele geschwiegen und so wenige geholfen?“ Diesen Fragen geht die Ausstellung mithilfe eindringlicher Bilder und Texte nach, die die Rolle gewöhnlicher Menschen im Holocaust in den Mittelpunkt stellen.

Die Ausstellung beleuchtet Motive für Mitläufertum und Täterschaft, wie Gleichgültigkeit, Antisemitismus, Gruppenzwang und materiellen Gewinn. Sie zeigt aber auch Personen, die Zivilcourage bewiesen, als Erinnerung daran, dass es auch in extremen Zeiten die Möglichkeit gibt, sich gegen den Strom zu stellen.

„Die Bilder und Informationen hier, besonders aber auch die Geschichten von einzelnen Menschen, die gerettet wurden, oder Menschen, die andere gerettet haben, finde ich sehr ergreifend. Man kann sich den Mut nicht vorstellen, die Einzelne aufgebracht haben und echte Mitmenschlichkeit gezeigt haben“, sagt Juella, Schülerin im Bildungsgang Berufliches Gymnasium für Gesundheit. Die Schülerinnen und Schüler, die die Ausstellung besuchen, behandeln genau die Thematik auch im jeweiligen Unterricht. So wird die Auseinandersetzung mit dem Holocaust eng begleitet.

Schulleiter Stefan Bur erklärt: „Es ist immer wichtig, an die Greueltaten im Nationalsozialismus zu erinnern. Der Fokus dieser Ausstellung ist, Lebensgeschichten von Menschen zu erzählen, die nicht in Geschichtsbüchern auftauchen. Das macht sie für junge Menschen besonders zugänglich und ist in einer Zeit, in der es immer weniger Zeitzeugen gibt, von großer Bedeutung.“

Die NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer hat die Ausstellung des US-Holocaust Memorial Museums, die erst vor kurzem ins Deutsche übersetzt wurde, für die Station in Krefeld organisiert. Leiterin Sandra Franz kommt deshalb gerne zu Besuch ans BKVB. Sie meint: „An den Holocaust zu erinnern, ist natürlich unsere stete Aufgabe. Wenn dies bei jungen Menschen gelingt, ist mir dies immer eine wirkliche Herzensangelegenheit. Deshalb freue ich mich sehr, dass die Ausstellung hier einen großen Anklang findet und hoffentlich einiges bewirkt.“ Das Berufskolleg und die Villa Merländer haben 2018 einen Kooperationsvertrag geschlossen und seither mehrere gemeinsame Projekte realisiert.