Home Aktuelles Über uns Termine Bildungsangebot Service Projekte Vielfalt leben -
Europaschule
Lageplan Anmeldung

 

Staatssekretär Ludwig Hecke eröffnete das World Cafe am Berufskolleg Vera Beckers

 

Das Berufskolleg Vera Beckers ist seit September 2009 zertifizierte Europa-Schule. Zum sogenannten Untertitel haben wir VIELFALT LEBEN gewählt, da viele Schülerinnen/Schüler unserer Schule ihre familiären Wurzeln nicht in Europa haben. Die entscheidende Frage, die wir uns jedes Jahr - natürlich besonders in der Europa-Woche stellen, ist, wie es gelingen kann, in einer Schule mit 32 unterschiedlichen Bildungsgängen, insgesamt 2.800 Schülerinnen/Schülern in Vollzeit- und Teilzeitbildungsgängen und 190 Lehrer/innen den europäischen Gedanken und das Projekt Vielfalt im Alltag zu leben.

 

Wesentlich und wichtig sind sicher die zahlreichen Projekte mit Schulen und Betrieben im Ausland: aber trotz aller Anstrengungen hat nur ein kleiner Teil der Schüler/innen die Möglichkeit, daran teilzunehmen. Als Schule bemühen wir uns, besonders über von der Europäischen Union finanzierte Projekte wie Comenius, Leonardo oder People to People die Schülerinnen/Schülern einzubeziehen, die sonst aus finanziellen Gründen kaum die Möglichkeit hätten, an den Auslandsbegegnungen teilzunehmen.

 

So waren unsere angehenden staatlich geprüften Servicekräfte bei einer internationalen Tagung in den Niederlanden und auch in Blankenberge (Belgien) bei dem maritimen Dinner aktiv.

 

Ziele der Aktivitäten sind im Grundsatz immer:

-die Schüler/Schülerinnen auch emotional zu erreichen

-Wissen zu erweitern

-Internationale Begegnungen/Freundschaften zu ermöglichen

-Positionen auszutauschen

 

In diesem Jahr war uns neben einer Woche mit dem unterrichtlichen Schwerpunkt Europa mit anschließender Ausstellung besonders wichtig, zu erfahren, welche Vorstellungen/Wünsche/Ideen die Schüler/innen mit dem „Projekt Europa“ und dem Berufskolleg Vera Beckers als Europa- Schule verbinden. Das Besondere der Europa- Woche im Berufskolleg Vera Beckers ist seit zwei Jahren, dass der Unterricht – soweit möglich – durchgehend in englischer Sprache durchgeführt wird: Diemeisten Lehrerinnen/Lehrer haben nach anfänglicher Angst, vor Schülern/innen Fehler in der englischen Sprache zu machen, die Herausforderung angenommen. Einige haben im Anschluss an die erste Europa-Woche in englischer Sprache begonnen, sich auf die Prüfung zum Certificate in Advanced English der Universität Cambridge vorzubereiten und werden die Prüfung in Kürze absolvieren.

 

Als Organisationsform haben wir für die Abschlussveranstaltung der diesjährigen Europa-Woche das World – Cafe und die Ausstellung der verschiedenen Projekte gewählt.

Die zentrale Fragestellung im World Cafe war:

"European diversity – a chance or a treat?"

Für die Delegierten aus den unterschiedlichen Bildungsgängen war beeindruckend, dass sich der Staatssekretär Ludwig Hecke die Zeit genommen hat, die Konferenz zu eröffnen und bei der ersten Zwischenbilanz- nach der Besichtigung der Ausstellung für die unterschiedlichen europäischen Projekte der Schule – erneut in die Konferenz „hineinzuhören“.

 

Vielleicht ist den eindringlich für Europa werbenden Worten des Staatssekretärs zu verdanken, dass die Schüler/innen in den Arbeitsgruppen kaum thematisierten, ob Europa auch eine Überforderung sein könne. Vielleicht ist es auch ihrer Neugier auf Europa zu verdanken.

 

Die Konferenz war so organisiert, dass sich zuerst jeweils zwei Delegierte aus einem Bildungsgangmit den anderen Delegierten aus der eigenen Abteilung im World – Cafe austauschte: Die Aufgabe lautete:

Which international aspects do you see in your school life? Create a graphic order to stucture and illustrate your ideas.

 

Die Ergebnisse dieser Arbeitsphase wurden daraufhin Delegierten anderer Berufsfelder präsentiert und anschließend diskutiert. Dabei wurden auch die Vor- und möglichen Nachteile eines internationalen Schullebens erörtert. D. h., zukünftige Erzieher/innen, Kosmetiker/innen, Schüler der gymnasialen Oberstufe, Servicekräfte, Schüler im Bereich Gesundheit haben miteinander ihre Sichtweise von und Wünsche für ein Schulleben in europäischer Vielfalt besprochen: und dies alles in der englischen Sprache.

 

 

In der ersten Arbeitsphase stellten die Schülerinnen/Schüler die schon gelungenen Aspekte des „Schullebens“ heraus:

Positiv wird erlebt, dass es an der Schule nicht nur Schüler/Schülerinnen aus unterschiedlichen Nationen gibt (insgesamt gibt es Schüler/innen aus 38 Nationen ) sondern auchKollegen/Kolleginnen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund (5 Nationen sind im Lehrerkollegium vertreten). Positiv wird erlebt, dass es an der Schule zahlreiche internationale Gäste gibt und – dies sei nicht vergessen – der Speiseplan in der Cafeteria international ausgerichtet ist. Gelobt wurden die bilingualen Angebote in unterschiedlichen Bildungsgängen, aber auch kritisiert, dass dies Angebot nicht allen Schülern/innen eröffnet wird. Teilweise würde ein bilingualer Kurs auch Schüler/innen überfordern und so solle man in Zukunft überlegen, ob es nicht möglich sei, bilinguale Module im Unterricht durchzuführen.

Gelobt wurden die Lehrer/innen, die sich in der Europa-Woche der Herausforderung gestellt haben, als „Nicht-Englisch“ Lehrer den Unterricht in der englischen Sprache durchzuführen, kritisiert wurde, dass nicht alle Lehrer sich dieser Herausforderung gestellt hätten oder das Thema und die Sprache nicht ernst genommen hätten.

Wörtlich: “the teachers should not be afraid to speak english and to make a mistake”

Überaus kritisch wurde heraus gestellt, dass es nicht in allen Bildungsgängen des Berufskollegs ähnliche Chancen zu einem internationalen Praktikumsaufenthalt gibt, wie zum Beispiel für die Europaklasse des Ausbildungsgangs Staatlich geprüfte Kosmetikerin (absolvieren ein vierteljähriges Praktikum im Ausland)

 

Abschließend versammelten sich wieder die Gruppen entsprechend ihrer beruflichen Ausrichtung und erhielten folgende Frage:

What could our school do to improve this process of becoming international?

 

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten ihre Vorstellungen davon, wie ein Internationalisierungsprozess gestaltet sein muss, damit er das Zusammenleben und die beruflichen Perspektiven der Schülerinnen und Schüler möglichst positiv beeinflusst. Aus diesen Vorstellungen heraus wurden konkrete Forderungen an die Schule formuliert, die für die weitere europäische Arbeit im Berufskolleg Vera Beckers von zentraler Bedeutung sind:

 

Diese Ergebnisse sind für die weitere europäische Arbeit im Berufskolleg Vera Beckers von zentraler Bedeutung:

 

-der „information–flow“ über die vielfältigen Möglichkeiten müsse besser werden

-den unterschiedlichen Bildungsgängen sollten ähnliche Möglichkeiten eröffnet werden

-das Angebot an Sprachen sei gut, aber dennoch erweiterungsbedürftig

-mehr Länder sollten bei internationalen Projekten beteiligt sein

-das Lehrerteam solle noch internationaler werden.

 

Wir müssen gestehen, dass wir durchaus Bedenken hatten, ob es gelingen könne, dass ca. 100 Schüler/innen als Delegierte in der Konferenz in englischer Sprache diskutieren, Ergebnisse festhalten halten und präsentieren. Die konzentrierte Arbeit während der Konferenz, die hohe Qualität der Beiträge und das positive Feed-Back der Schüler/innen haben uns begeistert. Wichtig erscheint uns, dass die Schüler/Schülerinnen auch wie Delegierte einer Konferenz begrüßt wurden: Jeder/jede Delegierte erhielt eine persönliche schriftliche Einladung, am Konferenztag, ein professionelles Namenschild, einen „Begrüßungskaffee“, der Konferenzraum war ansprechend gestaltet, die Moderation von zwei Kollegen souverän gestaltet. Sicher ist auch eine „Lehre“ aus der Tagung: Es ist wichtig an die Fähigkeiten der Schüler/ innen zu glauben und ihnen die Chance zu geben, sich in einem professionell gestaltetem Rahmen zu entfalten.