Erlebnisbericht von S.D. (Schülerin im 3. Ausbildungsjahr zur Medizinischen Fachangestellten):
Meine Knochenmarkspende
Als ich den Brief bekommen habe, war ich sehr nervös. Mit zitternden Händen öffnete ich den Brief. Plötzlich sind alle Gefühle in mir aufgestiegen. Ich hatte Angst, ich war fröhlich und dann las ich den Brief und da stand es: Sie sind als Spender geeignet! In dem Moment wusste ich nicht ob ich lachen, weinen oder einfach nur schreien sollte. Ich rief sofort die mir zugewiesene Beraterin an. Mit zitternder Stimme hab ich mich gemeldet und habe geschildert,
dass ich Spenderin bin. Nach einem kurzen Gespräch stand der Termine fest. Es ging nach DRESDEN!! In zwei Wochen war schon der erste Termine zur Vorsorgeuntersuchung. Als der Tag X erreicht wurde, war ich sehr nervös, nicht nur weil ich in einer fremden Stadt war, sondern auch, weil ich alleine dort hin geflogen bin. Vom Dresdener Flughafen ging es direkt mit einem Taxi in die Klinik. Dort traf ich drei weitere Spender. Nach ca. zwei Stunden
Wartezeit kam ich an die Reihe: Mir wurde noch einmal Blut abgenommen, ein EKG wurde geschrieben und mein Bauch wurde sonographiert (Ultraschall). Nach dem diese Untersuchungen abgeschlossen waren, gab die Ärztin mir zehn Injektionen mit, die ich mir selber verabreichen musste. Nach zwei Wochen bekam ich die Ergebnisse der Blutabnahme. Alles war in Ordnung und eine Woche später geht es dann los. Ich war froh, dass zu diesem Termine eine Freundin mit durfte. Das hat mich sehr beruhigt. Dann hieß es wieder, rein in den Flieger und los geht’s. Wieder in Dresden ging es direkt ins Hotel. Es war ein sehr schönes Hotel und alle waren freundlich. Wir sind an einem Dienstagnachmittag angekommen und da wir am Mittwoch um acht in der Klinik sein mussten sind wir früh schlafen gegangen. Mehr oder weniger gut habe ich geschlafen. Durch die Spritzen, die ich bereits fünf Tage Morgens und Abends bekommen habe, hatte ich etwas Schmerzen im Rücken und konnte nicht auf jeder Seite schlafen, ja und dann kam noch das ungute Gefühl, nicht genau zu wissen, was in der Klinik passierte. Nach einer unruhigen Nacht sind wir pünktlich um acht Uhr in der Klinik gewesen. Nach einer kurzen Wartezeit wurde ich aufgerufen, meine Freundin musste noch warten, weil ich erst noch an ein Gerät angeschlossen wurde. Zwei Zugänge wurden mir angelegt einer rechts in der Armbeuge, wo das Blut abgeführt wurde und ein Zugang links am Handgelenk, wo das gefilterte Blut wieder zurückgeführt wurde. Nach dem dies alles passiert war wurde ich noch zugedeckt und meine Freundin wurde hinzugeholt. Sie hatte direkt ein Platz neben mir. Ich war froh, dass sie da war, denn sie konnte mich gut ablenken. Nach zwei Stunden merkte ich, dass ich immer müder und schlapper wurde. Es war zu der Zeit noch kein Ende in Sicht. Und dann kam der erlösende Satz von der Krankenschwester: „Noch eine halbe Stunde“. Nach dem diese auch endlich vorbei war, wurde ich von dem Zugang befreit. Dreieinhalb Stunden waren vergangen. Nach dem ich langsam aufstand und ein paar Schritte gelaufen war, durfte ich mit zitternden Händen ein Fähnchen auf die Stadtkarte heften.(Bedeutung:Wieder ein Spender als Lebensretter) Ich war richtig froh, als wir wieder im Hotelzimmer angekommen waren und ich ein paar Stunden schlafen konnten.. Vier Stunden nach der Abnahme bekam ich den erlösenden Anruf, dass sie genügend Knochenmark erhalten haben und ich nicht noch einmal in die Klinik musste. Die Erleichterung war groß. Am nächsten Tag erfolgte die Abreise. Nach einem leckeren Frühstück wurden wir abgeholt und es ging zum Flughafen. Wir waren Abends ´wieder in Hüls, zwar sehr müde, aber sehr glücklich zu wissen, dass man einem Menschen geholfen hat. Leider warte ich immer noch auf den erlösenden Brief, dass die 45 jährige Frau aus Schweden es überlebt hat. In drei Jahren könnte ich dann Kontakt zu ihr aufnehmen und vielleicht lernen wir uns ja kennen. Einen Teil von mir-mein Knochenmark- hat sie ja schon!