Austausch nach Südfrankreich im Spätsommer 2010
Kurz bevor die Herbstferien begannen, saßen alle Schüler des Vera-Beckers-Berufskollegs Krefeld in ihren Klassen und legten den „Endspurt“ hin. Wirklich alle? Nein, eine kleine Gruppe aus Erziehern und Freizeitsportleitern befanden sich zu dieser Zeit etwa 1100 Kilometer entfernt im südlichsten Teil Frankreichs. Was wir dort machten? Es stand der Rückbesuch der Franzosen an, die im Mai bei uns in Krefeld waren. Die erste Nacht verbrachten wir in Aix-en-Provence, der historischen Hauptstadt der Provence. Dort hatten wir ersten Kontakt mit unseren französischsprachigen Austauschpartnern. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt, um eine Stadtrallye zu machen. Natürlich bestanden diese Gruppen immer aus deutschen und französischen Schülern, sodass wir „faulen Schüler“ die Rallye nicht bequem auf Deutsch machen konnten. Zunächst umgingen wir das Französische dennoch geschickt, indem wir vielEnglisch sprachen - im Laufe des Tages wurde aber automatisch immer mehr auf Französisch „kommuniziert“, ohne dass wir es merkten. Die Franzosen waren sehr offen und sprachen besonders langsam und deutlich, sodass wir diese häufig verstehen konnten - manchmal auch nicht, dann nickten wir einfach und lächelten nett. :) Nach diesem Tag setzten wir die „Bildungsreise“ in der schönen Hafenstadt Marseille – etwa 40 km von Aix-en-Provence entfernt - fort. In Marseille machten wir nach einer kleinen Stadterkundung am Samstag (hôtel de ville- vieux port…) eine Shoppingtour und ein Freund und ich verliefen uns erst mal, weil alles dort einfach so unheimlich gleich aussieht. Also mussten wir Passanten und Polizisten befragen, natürlich auf Französisch, weil die meisten dort kein Englisch beherrschen. Die sehr ähnlich klingenden Bezeichnungen „à droite“ und „tout droit“, machte es für uns nicht unbedingt leichter. Trotzdem merkten wir, wie es uns durch dieses eigentlich doofe Erlebnis immer leichter fiel, die Fragen richtig zu formulieren und wir viel dabei lernten.
Der Austausch beinhaltete auch ein individuelles Programm für die jeweiligen Berufsgruppen. Die Freizeitsportleiter leiteten eine französische Sportgruppe an, wir Erzieher gingen in eine Kindertagesstätte im Brennpunktviertel und machten eine Aktivität mit einigen Kindern. Da jeder Schüler sprachlich auf einem anderem Stand ist, waren die Herausforderungen für uns unterschiedlich groß. Ich hatte erst zu Beginn des elften Schuljahres Französisch gewählt und daher erst ein Jahr diese Sprache gelernt. Jetzt stand ich also in einem fremden Land, in einer fremden Sprache, vor fremden Kindern und sollte ein für sie fremdes Spiel vorstellen. Man kann sich sicher vorstellen, was für Bedenken ich hatte. Als erstes wurden wir durch die verschiedenen Räume des Jugendzentrums geführt. Dort werden benachteiligte Kinder und Jugendliche nachmittags beaufsichtigt und in musikalischen und sportlichen Talenten gefördert. Es gibt Tanz- und Musikunterricht, aber es stehen auch Kicker und Tischtennisplatten bereit. Das größte Highlight ist ein kleines Tonstudio, in dem die Jugendlichen sogar Aufnahmen machen können. Danach gingen wir also in die naheliegende Kindertagesstätte. Zum Glück war ein Klassenkamerad bei mir, der aber leider auch nicht fließend Französisch spricht. Uns war bewusst, dass es in der Gegend, in der wir „anleiteteten“, viele französische Kinder mit Migrationshintergrund geben würde und die Umstände ärmlich sind - dass es in der Kindertagesstätte aber nicht genug Stühle für die Kinder gibt, damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Also versuchten wir mit gebrochenem Französisch und Händen und Füßen verzweifelt, den Kindern dieses abgeänderte Obstspiel zu vermitteln. Dann spielten wir eben auf dem Boden. Wir merkten auch schnell wie wir sprachlich an unsere Grenzen stießen, also „vereinfachten“ wir das Spiel spontan und spielten letzten Endes etwas völlig anderes, als wir geplant hatten. Mit sprachlicher Unterstützung der französischen Erzieher spielte die gesamte Gruppe am Ende Obstsalat. Trotz sprachlicher Hürden hatten die Kinder sehr viel Spaß dabei und nahmen aktiv an unserem Spiel teil. Uns beeindruckte, dass die Kinder so dankbar für die eigentlich wertlosen Obstkarten waren, die sie unerwarteter Weise behalten durften. So etwas hatten wir in dieser Form in Deutschland noch nicht erlebt! Die Kinder kamen immer wieder zu uns und fragten uns, ob sie die Karten auch wirklich behalten dürften, als ob es sich um etwas ganz Besonderes handelte. Sie tauschten untereinander die Karten und freuten sich über diese „Kleinigkeit“ auffallend. Das hat mal wieder gezeigt, wie wenig bewusst wir uns unserem Reichtum eigentlich sind.
Wir waren froh, als wir diese „Herausforderung“ geschafft hatten und es wartete noch ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag auf uns. An La Viste (Schule, mit der wir seit einigen Jahren den Austausch machen), fand eine Feierlichkeit zum Thema deutsch-französischer Freundschaftabend statt. Sogar der Schulleiter und ein Politiker waren da und hielten Reden. Die Schülerinnen und Schüler sangen für uns Lieder und das Menü bestand aus mehreren Gängen. Als wir am nächsten Nachmittag nach Hause flogen wurde mir noch einmal bewusst, wie schön diese Zeit in Marseille und Umgebung und wie vielseitig und abwechslungsreich das Programm waren. Auch lernten wir durch den intensiven Umgang mit den Austauschpartnern und auch den „Zwang“, die Sprache anwenden zu müssen, ganz besonders viel. Mir gefiel es in Frankreich so gut, dass es mich nicht lange in Deutschland hielt und ich die Woche darauf gleich noch einmal nach Frankreich fuhr und mir auch überlegte, nach meinem Abitur ein Jahr dorthin zu gehen.An dieser Stelle möchte ich stellvertretend für die ganze Gruppe dem DFJW (Deutsch-Französischen Jugendwerk) für die finanzielle Unterstützung sowie unseren engagierten Französischlehrern Frau Zackel und Herrn Holtappels danken, ohne die der Austausch nicht zustande gekommen wäre und die uns eine solche Fahrt ermöglichten.
Daria Willsch, DEZ 92
Nous- les étudiants sportives des classes DFL 81 et 82- ont fait une animation sportive avec les
élèves français autour le sujet : cours de gymnastique ! Les 2 cours du sport ont eu lieu dehors dans la cour de l’école.
Pendant les cours nous avons collecté beaucoup d’expériences importantespar exemple :
comment motiver les jeunes à faire du sport s’il fait chaud dehors sous le soleil ?
comment expliquer les exercices du sport avec succès ?
comment improviser les jeux si beaucoup de jeunes manquent à cause du grève… ?
Nous avons du improviser notre planning mais cela nous a rendu compte d’agrandir nos expériences.
Jubin Molai DFL 82